BARF bei kranken Katzen

BARF bei kranken Katzen
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Im Krankheitsfall ist die Ernährung der Katze und somit das BARF Menü je nach Diagnose anzupassen. Generell gilt unabhängig von der Erkrankung, dass die genaue Diagnose essentiell für die ideal angepasste Ernährung des Vierbeiners ist. Eine genaue Diagnose kann nur in einer Praxis gestellt werden. Alle Symptome und die Geschichte der Krankengeschichte müssen untersucht werden, um eine ideale BARF Ernährung für die kranke Katze zusammen zu stellen.

Akut oder chronisch

Je nach Länge des Krankheitsverlaufes unterscheidet der Fachmann zwischen akut und chronisch. Es ist wichtig zu wissen, ob das Tier dauerhaft oder hoffnungsvoller Weise nur kurzweilig erkrankt ist, da sich die BARF Menüs danach richten müssen. Menüs, die auf lange Sicht eine Unterversorgung der Katze hervorrufen, sind für chronische Patienten nicht geeignet. Anders als beim Hund können beispielsweise akute Durchfälle nicht durch einen 24stündigen Futterentzug als Erstmaßnahme behandelt werden. Da der Stoffwechsel der Katze anders als der des Hundes arbeitet kann das Fasten dramatische Folgen für den Vierbeiner haben. Bei plötzlichem Futterentzug werden vor allem bei gut genährten Tieren die Fettreserven der Leber mobilisiert. Dies überfordert das Organ schnell und es kommt zu einer hepatischen Lipidose, die tödlich für die Katze enden kann.

Futterakzeptanz

Wichtig ist es, dass das kranke Tier sein Futter gerne frisst und nicht die Nahrung verweigert. Auch gesunde Katzen sind sehr kritisch mit ihrem Futter, was sich im Krankheitsfall meist noch verschlimmert. Für einige Erkrankungen, wie beipielsweise der Leber oder der Bauchspeicheldrüse muss die Katzennahrung fettreduziert werden. Dies vermindert jedoch den Geschmack. Mit Hilfe einiger Tricks kann das BARF Katzenmenü jedoch wieder an Aroma gewinnen. Leichtes angaren oder erwärmen intensiviert Geruch und Geschmack. Auch die Aufteilung auf viele kleine, sehr frische Mahlzeiten, kann helfen die Katze zum Fressen zu überreden.

Ausreichendes Trinken der Katze

Ein weiterer Punkt ist die Versorgung mit Wasser, was besonders bei kranken Tieren sehr wichtig ist. Katzen neigen von natur aus dazu eher wenig zu trinken. Bei Erkrankungen der Harnwege oder speziell der Nieren wird der Krankheitsverlauf jedoch durch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme begünstigt. Eine Möglichkeit das Trinken der Katze zu fördern sind spezielle Trinkbrunnen oder Tränksystem für die Katze. Manche Tiere trinken lieber aus bewegten Wasserquellen, so dass diese Methode helfen könnte. Anderen Katzen schmeckt nur ganz frisches Wasser, während der nächste Vierbeiner nur alte, abgestandene Flüssigkeiten mag. Wie bei der Suche nach der passenden Fleischsorte, erfordert auch dieses Thema Einfallsreichtum und vor allem Geduld. Es kann probiert werden die Mahlzeiten mit etwas Wasser anzureichern oder einzuweichen, so dass beim Fressen mehr Flüssigkeit aufgenommen wird. Dies klappt häufig sehr gut.

Bei schweren Nierenerkrankungen ist der letzte Schritt eine regelmäßige Flüssigkeitsinfusion beim Tierarzt.

Diagnose und Anpassen der Ernährung für die Katze

Um die Nahrung im Krankheitsfall bestmöglich anzupassen, ist es wichtig die Aufgaben des gesunden Organs und die Funktion innerhalb des Stoffwechsels genau zu kennen. Über diese Grundlage kann man ableiten, was die Nahrung des kranken Tieres enthalten darf und was lieber nicht.

Generell sollten angeschlagene Katzen eine besonders hochwertige Mahlzeit mit einem hohen Nährgehalt erhalten. Dies soll dem körperlichen Abbau des Vierbeiners entgegen wirken. Bei vielen Erkrankungen der inneren Organe muss in der Ernährung auf die gewohnte Menge Eiweiß verzichtet werden. Das in geringem Maße verwendete Protein muss deswegen besonders hochwertig sein. Hier gilt der Grundsatz: kleine Menge, aber doppelt so gute Qualität. Auf diese Weise werden auch sehr kleine Mengen Eiweiß gut verwertet und vertragen.

Katzen, die eine längere Erkrankung hinter sich und stark abgebaut haben, müssen schonend wieder aufgebaut werden. Eine leichte und gut verdauliche Kost baut sich aus hochwertigen Zutaten und ohne viel Fett auf. Geeignete Fleischsorten hierfür sind Geflügelfleisch wie von Huhn oder Pute. Das frische Fleisch sollte am besten zerkleinert oder fein geschnitten angeboten werden, so dass die Verwertung noch weiter verbessert wird. Wenn die Katze sehr dünn ist, helfen Ergänzungen mit lachsöl oder Leinöl, um zusätzliche Energie in den Fressnapf zu füllen.

Aufteilen der Katzenmahlzeiten

Eine kranke Katze kann zum wahren Pflegefall werden. Jedoch auch bei nicht ganz so dramatischen Erkrankungen, braucht die Pflege und Fütterung mehr Zeit als beim gesunden Tier. Es ist förderlich im Krankheitsfall die Tagesration der Katze auf viele kleine Portionen über den Tag zu verteilen. Auf diese Weise sind die BARF Mahlzeiten bekömmlicher und die Verdauung wird nicht mit einer großen einmaligen Portion überlastet. Kaltes Fleisch aus dem Kühlschrank muss vor dem Verfüttern auf Zimmertemperatur erwärmt werden, um den Magen nicht mit einem kalten Nahrungsbrei zu schocken und seine Funktion nicht zu beeinträchtigen.

Bekommt die Katze entzündungshemmende Schmerzmittel, zum beipiel im Zuge einer Gelenkerkrankung, kann dies schnell auf den Magen schlagen. Im schlimmsten Fall entstehen gefährliche Magengeschwüre, die dramatisch für die Katze enden können. Symptome sind Erbrechen, Durchfall und eventuell Blutbeimengungen im Stuhl. Zur Vorbeugung muss die Katze besonders leichte und hochverdauliche Kost mit einem hohen Gehalt an Omega-Fettsäuren angeboten werden. Omega-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und helfen die Schleimhaut des Verdauungstraktes zu schützen. Sehr fetthaltiges Futter oder schwer verdauliche Innereien sollte die Katze nicht mehr zu fressen bekommen.

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