BARF bei bei Harnwegerkrankungen

BARF bei bei Harnwegerkrankungen
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Bei der Katze können hauptsächlich zwei Arten der Steinbildung in den Harnwegen vorkommen. Dies sind die Oxalat- und Struvitsteine. Sie entstehen durch eine falsche Fütterung, nicht ausreichende Wasseraufnahme, genetischen Defekt oder Infekte des Harntraktes. Sie sind in der Regel sehr schmerzhaft für das Tier und können zu vermindertem bis ausbleibendem Harnabsatz führen. Eine besondere Bedeutung im Zusammenhang mit der Steinbildung hat der ph-Wert des Urins. Er wird bei dieser Erkrankung über die Fütterung beeinflusst, so dass sich keine neuen Steine bilden können und sich die Vorhandenen im besten Fall auflösen. Der Ph-Wert wird mit einem speziellen Streifen gemessen, wobei die Messung immer im nüchternen Zustand erfolgen sollte und nicht direkt nach dem fressen. Der Urin-ph der Katze gehört immer in den leicht sauren Bereich bei 6,5.

Struvitsteine bei der Katze

Mit 90% aller Krankheitsfälle überwiegen eindeutig die Struvitsteine bei der Katze. Sie entstehen im basischen Milieu des Urins. Da der gesunde Urin einer Katze immer leicht sauer ist und einen ph von 6,5 aufweist, können im Normalfall keine Struvitsteine entstehen.

Bildung von Struvitsteinen

Durch getreidelastige Fertigfuttermittel ist unsere Katzen-Population schwer belastet worden. Billige Füllstoffe, viele komplexe Kohlenhydrate und kaum Fleisch in der Nahrung sind alles andere als eine artgerechte Ernährung für die Katze. Aufgrund ihrer Verdauungsanatomie und ihrem speziellen Stoffwechsel ist die Katze ausschließlich darauf ausgerichtet Fleisch zu verwerten. Getreide in der Nahrung kann sie nicht für sich nutzen. Weiterhin erschweren die Ballaststoffe den Magen-Darm-Trakt der Katze und verschieben ihren Urin-ph in einen basischen Bereich. In diesem falschen Urin ph entstehen die Struvitsteine. Sie sehen unter dem Mikroskop wie kleine, helle Kieselsteine aus und haben eine glatte Oberfläche. Je nach Größe können sie Teile der Harnwege verlegen oder im schlimmsten Fall zu einer kompletten Verlegung des Harntraktes führen. Bei einer vollständigen Verlegung ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, da es ansonsten zur Blasenruptur durch den sich sammelnden Urin kommen kann und der Stein sich aufgrund seiner erreichten Größe nicht mehr spontan auflösen wird.

Ansäuerung des Harns

Die richtige BARF Nahrung bei Struvitsteinen der Katzen zielt auf eine Ansäuerung des Urins ph ab. Jegliche pflanzlichen Bestandteile müssen aus der Nahrung gestrichen werden. Stattdessen sollte reines, rohes Fleisch verwendet werden. Besonders zu empfehlen sind hierfür dunkle Fleischsorten wie Wild, Kaninchen oder auch Rind. Zur weiteren Ansäuerung kann der BARf Mahlzeit Kalziumzitrat untergemengt werden, statt dem üblichen Kalziumcarbonat zur Kalziumergänzung. Kalziumzitrat führt zu einer Urin-Ansäuerung bei der Katze. Verzichtet werden sollte auf Bierhefe und Spirulina, da beides Nahrungsergänzer Magnesium enthalten, was den Urin noch basischer macht und somit die Steinbildung eher fördert. Zudem ist Magnesium ein Bestandteil der Struvitsteine, so dass zusätzliches Magnesium mehr Baumaterial für die Steine liefert. Es muss auf eine genügende Wasseraufnahme geachtet werden- notfalls ist die Katzennahrung etwas einzuweichen, um die Flüssigkeitsgabe zu erhöhen. Knochen und Knochenmehle sind vom Speiseplan zu streichen. Der Urin-Ph und der Harnabsatz sind genau zu beobachten.

Oxalatsteine

Oxalatsteine treten bei der Katze seltener auf, als Struvitsteine. Sie entstehen im sauren Urin und haben eine raue Oberfläche. Aufgrund dieser scharfkantigen Beschaffenheit verursachen Oxalatsteine häufig Schleimhautverletzungen der Harnwege, weswegen sie für die Katze besonders schmerzhaft sind.

Wenig Kalzium und viel Wasser

Ihre Beeinflussung über die Nahrung ist schwieriger als bei den Struvitsteinen der Katze. Grundsätzlich darf kein zusätzliches Baumaterial für die Steine geliefert werden. Somit ist auf eine Reduzierung von Kalziumcarbonat und Mineralstoffen im Allgemeinen zu achten. Weiterhin sollte der urin etwas in einen basischen Bereich verschoben werden, so dass sich die Steine möglicherweise auflösen. Ideal hierfür ist die Verwendung von hellem Frischfleisch, das mit einigen pflanzlichen Komponenten wie Hirse oder Gemüse vermischt ist. Eine regelmäßige Kontrolle des Urin Phs ist wichtig für den therapierfolg. Sollte es weiterhin Schwierigkeiten beim Urinabsatz der Katze geben, muss schnellstens ein Tierarzt aufgesucht werden.