BARF bei Allergien und Unverträglichkeiten

BARF bei Allergien und Unverträglichkeiten
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Allergien und Unverträglichkeiten des Futters äußern sich bei der Katze durch Hautläsionen im Gesichtsbereich. Durch Kratzen und Scheuern verwandeln sich die haarlosen Stellen in offene Hautläsionen, die sich sekundär entzünden können. Eine Futtermittelallergie lässt sich nur über eine sogenannte Ausschlußdiät sicher diagnostizieren und therapieren.

So funktioniert eine Ausschlußdiät

Die Grundidee einer Ausschlußdiät ist es alle potentiellen Allergene, welche dem Immunsystem der Katze bekannt sind zu vermeiden. Werden Fleischsorten verwendet, die das Tier noch nie zu sich genommen hat, gibt es gegen diese Sorten keine Antikörper. Folglich kann keine Immunreaktion ausgelöst werden. Somit werden für allergische Tiere immer exotischere Fleischarten wie Känguru, Strauß oder Büffel gewählt. Zu Beginn der Ausschlussdiät muss man sich für einer dieser Exoten entscheiden. Dieses Fleisch wird anschließend zehn bis 12 Wochen durchgehend gefüttert. Es muss sichergestellt werden, dass das Tier keine anderen tierischen Proteine zu sich nehmen kann (Abfalleimer, Nachbars Futternapf, Hundefutter) Bessern sich die Symptome kann davon ausgegangen werden, dass das angebotene Frischfleisch der Katze gut bekommt. Es folgt die Stufe der Provokation in der das Tier mit einer besonders gängigen Fleischsorte „provoziert“ wird. Hierzu kann beispielsweise Rindfleisch gewählt werden. Reagiert das Tier auf das Fleisch vom Rind mit Symptomen hat man einen Beweis für ein Allergen. Anders als beim Menschen gibt es bei Hunden und Katzen keinen zuverlässigen Allergietest über das Blut. Solche Testsysteme sind nur mit einer Quote von 50% zuverlässig, was selbstverständlich zu gering ist.

Potentielle Allergene für die Katze

Neben verschiedenen Fleischsorten, können noch andere Nahrungsmittel potentielle Allergenträger für die Katze sein. Soja und Kuhmilchprodukte haben ein sehr hohes Allergiepotential bei der Katze. Da die Katze keine Laktase besitzt, fehlt ihr somit das Enzym den in der Kuhmilch enthaltenen Milchzucker aufzuspalten und zu verwerten. Dies bezeichnet man als Unverträglichkeit, die sich vorwiegend in Durchfällen äußert. Kommt es desweitern zu Symptomen wie Hautläsionen, Kratzen und Scheuern spricht man von einer allergischen Reaktion. Auch Fisch steht mit seinem Allergiepotential für die Katze relativ weit oben.

Bei empfindlichen Tieren ist auf die gegebenenfalls unterschiedliche Verträglichkeit von rohem und gegartem Fleisch zu achten. Durch das Erhitzen des Fleisches kommt es zu einer Veränderung der Eiweißstruktur. So ist es möglich, dass eine Katze rohes Rinderfleisch gut verträgt und bei gekochtem Rind mit Symptomen reagiert.

Exoten als Hilfe für allergische Katzen

Für allergische Tiere sollte auf eine BARF Nahrung mit exotischem Frischfleisch ausgewichen werden. Empfehlenswert sind BARF vom Pferd, Strauß oder Wild. Diese eignen sich besonders gut, da ihre Geschmacksakzeptanz sehr hoch liegt. Da Katzen ihre Nahrung äußerst kritisch unter die Lupe nehmen, ist es häufig schwierig den richtigen Geschmack zu finden. Hat man unter den Exoten ein schmackhaftes Fleisch ausgemacht, sollte man möglichst dabei bleiben, um weitere allergische Reaktionen und somit eine Belastung der Katze zu vermeiden. Da die Katze als reiner Fleischfresser keine pflanzlichen Bestandteile in ihrer Nahrung benötigt, sollten diese Ballaststoffe als weitere, potentielle Allergene aus dem Speiseplan gestrichen werden. Essentielle Ergänzungen des BARF Fleisches wie Taurin, Kalzium, Vitamine und Mineralstoffe müssen aber beibehalten werden, um den Tagesbedarf abzudecken.